5. Phase 2: Zentrale Stammdatenanlage 5.1 Web-Portal Nach Abschluss der initialen Migration werden Kunden und Lieferanten nicht mehr unabhängig in den einzelnen Anwendungen angelegt. Die Stammdatenanlage erfolgt über das zentrale Web-Portal. Dieses muss mindestens folgende Funktionen bereitstellen: SSO-Anmeldung rollenbasierte Berechtigungen Kundenanlage Lieferantenanlage Bearbeitung bestehender Stammdaten Dublettensuche Live-Dublettenprüfung Verwaltung von Zahlungsbedingungen Verwaltung von Mahnbedingungen Konfliktbearbeitung Freigabeverfahren Änderungshistorie Status externer Prüfungen Synchronisationsstatus Beispiele, wie es aussehen könnte: 5.2 Benutzer und Berechtigungen Mindestens folgende Rollen sind vorzusehen: Benutzer Darf Stammdaten erfassen und abhängig vom Berechtigungskonzept bearbeiten. Stammdatenverantwortlicher Darf zusätzlich: Konflikte bearbeiten Dubletten zusammenführen Änderungen prüfen Stammdaten freigeben Administrator Darf zusätzlich: Benutzerrechte verwalten Systemeinstellungen ändern Normalisierungsregeln verwalten Schnittstellen konfigurieren technische Fehler einsehen Das endgültige Berechtigungsmodell wird während der Detailplanung festgelegt. 5.3 Live-Dublettenprüfung Bereits während der Eingabe eines Kunden oder Lieferanten muss nach bestehenden Datensätzen gesucht werden. Beispiel: Eingabe: Müller GmbH Hauptstraße 5 49762 Lathen Das System könnte daraufhin anzeigen: Möglicherweise bereits vorhanden Müller GmbH, Hauptstr. 5, 49762 Lathen Übereinstimmung: 96 % Der Benutzer muss den vorhandenen Datensatz unmittelbar öffnen und vergleichen können. Bei hoher Übereinstimmung soll eine Doppelanlage verhindert oder nur mit entsprechender Berechtigung und Begründung ermöglicht werden. 5.4 Automatische Prüfung und Korrektur Spätestens beim Speichern müssen die eingegebenen Daten automatisiert geprüft werden. Hierzu gehören: Prüfung der Pflichtfelder syntaktische Prüfung Normalisierung Dublettenprüfung Plausibilitätsprüfung externe Unternehmensprüfung KI-gestützte Prüfung Beispielsweise kann aus: Müller GMBH, Hauptstr. 5 nach der Prüfung: Müller GmbH, Hauptstraße 5 werden. Wesentliche Änderungen müssen nachvollziehbar protokolliert werden. 5.5 Bonitätsprüfung Bei der Neuanlage eines Kunden erfolgt automatisiert eine Bonitätsabfrage über Creditreform. Der konkrete Umfang hängt von folgenden Faktoren ab: verfügbarer API bestehendem Vertrag Lizenzmodell Kosten je Abfrage datenschutzrechtlichen Anforderungen Mögliche Workflows: Bonität unauffällig Normale Weiterverarbeitung und Freigabe. Bonität auffällig Weiterleitung an einen berechtigten Mitarbeiter zur Prüfung. Keine eindeutige Identifikation Manuelle Prüfung des Geschäftspartners. Eine negative oder unklare Bonitätsauskunft darf nicht automatisch zu einer endgültigen Ablehnung führen, sofern hierfür keine explizite Geschäftsregel definiert wurde. 5.6 Übertragung nach Gevis Nach erfolgreicher Anlage und Freigabe wird der Datensatz automatisch an Gevis übertragen. Mögliche Übertragungsstatus: ausstehend in Verarbeitung erfolgreich Warnung fehlgeschlagen erneute Übertragung erforderlich Fehlgeschlagene Übertragungen müssen automatisch erneut versucht werden. Nach einer konfigurierbaren Anzahl fehlgeschlagener Versuche wird ein Administrator informiert.